Passivhausbau Planungsbüro Hansmann
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Umbau, Ausbau, Neubau, Modernisierung, Revitalisierung
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Umbau, Ausbau, Neubau, Modernisierung, Revitalisierung
Regenerativ beheiztes Mehrfamilien-Passivhaus (46WE) mit beheiztem Atrium

In Henstedt-Ulzburg wurde Ende Februar 2005 ein Passivhaus mit 46 Wohneinheiten fertiggestellt. Es besteht aus zwei Gebäudeflügeln (Ostriegel mit 20 WE und Westriegel mit 26 WE), die komplett regenerativ über eine Holzpelletsanlage beheizt werden.

Beide Gebäudeflügel sind über ein Atrium miteinander verbunden. Die Wohnungen werden aus dem Atrium heraus über 3 offene Treppenanlagen erschlossen. Das Atrium soll als Kommunikationszone genutzt werden und wird auf 15°C beheizt.



Moderne Architektur
Durch zwei leicht angewinkelt zueinander stehende Gebäudeflügel und ein großzügiges Atrium kennzeichnet die Anlage schon von außen ihre außergewöhnlich lebendige und kommunikative Atmosphäre. Komfortabel, gesund, energiebewusst und lichtdurchflutet wird den Bewohnern ein außergewöhnlicher Wohnkomfort geboten, der außerdem durch sinnvolle und großzügige Raumaufteilung gekennzeichnet ist und genügend Möglichkeiten für individuelle Raumgestaltung lässt.



46 Wohnungen
Die kleinsten der 46 Mietwohnungen beginnen bei einer Größe von 65 Quadratmetern mit Balkon, die größten bieten Wohnkomfort auf 120 Quadratmetern mit Maisonette und Dachterasse im Staffelgeschoss. Insgesamt stehen 15 verschiedene Grundrisstypen mit 2- bis 4-Zimmerwohnungen und ausreichend Pkw-Stellplätzen in der Tiefgarage zur Verfügung. Alle Wohnungen haben direkten Anschluss an das Greenhouse, dem vollverglasten Atrium, das beide Gebäudeflügel großzügig miteinander verbindet.



Die beiden Gebäudeflügel sind Ost-West ausgerichtet. Die Nebenräume der Wohnungen, wie Küche und Bad liegen an der Atriumseite. Die Aufenthaltsräume befinden bis auf die Wohnflächen im Emporengeschoss jeweils auf der zum Atrium abgewandten Seite. Die Balkone wurden vor die Fassade gestellt.

Regenerativ beheiztes Mehrfamilien-Passivhaus (46WE) mit beheiztem Atrium

Passivhaus-Bilanz
Bilanztechnisch wurde für die beiden Gebäudeflügel der Heizwärmebedarf mittels PHPP berechnet. Für die Wärmeverluste zum Atrium hin wurde in einer einfachen Simulation diese als Einknotenmodell abgebildet und der Jahrestemperaturverlauf bei Beheizung auf 15°C abgeschätzt. Die sich hieraus ergebenden Gradtagszahlen wurden für die Bilanzierung der Verluste zwischen Wohnflügeln und Atrium verwendet. Solare Gewinne aus dem Atrium wurden inkl. der Verschattung durch den gegenüberliegenden Gebäudeflügel und inkl. der Strahlungsreduktion durch das Atriumdach bilanziert. Auf diese Weise errechnet sich ein Heizwärmebedarf von 14,2 kWh/m²a.



Um beim Atrium den Passivhausgedanken nicht vollständig aus den Augen zu verlieren wurde es jedoch primärenergetisch mitberücksichtigt. Der komplette Primärenergiebedarf für beide Gebäudeflügel zzgl. des Atriums wurde aufsummiert und auf die beheizte Wohnfläche bezogen. Ohne Haushaltsstrom ergibt sich ein Primärenergiekennwert von 20 kWh/m²Wfla. Bei Einsatz einer Gas-Brennwertheizung wäre dieses Ziel nicht erreicht worden.

Konstruktion
Der Metallbau für die Erschließungsebenen im Atrium wurde direkt in der Fassade verankert, da die Temperaturdifferenzen hier nur 5K betragen.

Da das Gebäude mit 3,5 Geschossen verhältnismäßig niedrig ist kommt es ohne lastabtragenden Beton aus. Die Wärmebrücke am Fußpunkt der Innen- und Außenwände konnte mit einem Porenbeton als unterster Steinlage thermisch entkoppelt werden.

Durch die Temperierung des Atriums können die Wandaufbauten zum Atrium hin wesentlich vereinfacht werden. Hier genügen 8cm Wärmedämmverbundsystem, gewöhnliche 2-Scheiben-Wärmeschutzfenster und einfache Wohnungseingangstüren. Die Wärmebrücken durch die Verankerung der Erschließungsbrücken vereinfachen sich ebenfalls deutlich.

Lüftungs- und Heizkonzept
Die Belüftung erfolgt für jeweils 6 Wohnungen gemeinsam aus Technikzentralen im Dachgeschoss mit zentraler Wärmerückgewinnung und Luftförderung, und wohnungsweise nachgeschalteten Volumenstromreglern und Luftheizregistern. Dadurch hat jeder Nutzer Einfluss auf den Luftwechsel in der Wohnung und die Temperaturen.

Die Beheizung erfolgt aus einer Heizzentrale im Keller. Dort befindet sich der Pelletskessel mit Pufferspeichern, der Warmwasserbereiter für die Wohnungen und das Brennstofflager.

Die Wohnungen werden warm vermietet, auf Wunsch ist eine Heizkostenabrechnung mit Wärmemengenzählern gegen einen Aufpreis für die Miete des Wärmemengenzählers und die Zählergebühren möglich. Diese Kosten liegen jedoch in der Größenordnung der Heizkosten.

Das Mehrfamilien-Passivhaus in Henstedt-Ulzburg ist eines der größten Wohnbau-Passivhausprojekte. Es ist das größte regenerativ beheizte Passivhaus-Gebäude in Deutschland.
 
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